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Therapie

Vorgestern hatte ich den 3. Zyklus meiner Immunsuppressions-Therapie.
Diese stoppt die entzündlichen Prozesse in meinem Körper, die Lunge und Muskeln angegriffen haben.
Einige unmittelbare Nebenwirkungen spüre ich zwar, diese sind aber gut auszuhalten.

Nach einem Tag und einer Nacht im KUK durfte ich wieder heim.

 

Aufenthalte im Spital werden in den kommenden Wochen und Monaten zu meinem Alltag gehören, regelmäßige Kontrollen und Besuche beim Arzt später wohl auch.

 

Früher waren Arztbesuche für mich zwar in gewissen Lebenslagen notwendig, aber nicht allzu häufig. 

 

Die schönsten waren sicher die in den Schwangerschaften, wenn ich beim ersten Termin voller Freude den Mutterkind-Pass entgegennehmen durfte. Und wenn ich dann bei den Folgeuntersuchungen die Bestätigung bekam, dass beim Baby und bei mir alles passte.

 

Die Geburten unserer Kinder im Klinikum Rohrbach und die anschließenden Tage auf der Entbindungsstation habe ich sehr positiv in Erinnerung. Dieses Glücksgefühl, alles gut überstanden zu haben und neben sich ein gesundes, zufriedenes Neugeborenes zu sehen, ist unbeschreiblich schön.

 

Etwas wehmütig blicke ich nun auf diese Zeiten zurück.

 

Der Grund für meinen Spitalsaufenthalt im Februar dieses Jahres war leider weniger erfreulich. 

Nun geht es mir wieder besser.

Doch es wird noch ein langer Weg, bis ich wieder voll im Leben stehen kann. 

 

Ich bin dankbar, von fachkundigen und engagierten Ärzten und einem freundlichen und kompetenten Pflegeteam begleitet und betreut zu werden. 

Auch die menschliche Komponente kommt bei den Visiten und im persönlichen Kontakt nie zu kurz.

Ich vertraue dem ärztlichen Rat, der Therapie und meiner Selbstheilungskraft, die mich wieder gesund machen sollen und werden.

 

Trotz dieser positiven Tendenz war gestern plötzlich das „Warum?“ sehr präsent.

In diesem Moment habe ich stark mit meiner Situation gehadert und diese vermaledeite Ungerechtigkeit gehörig beweinen müssen.

Die Frage, warum ich das durchstehen muss, wühlte mich kurzfristig ziemlich auf.

Später, auch nach gutem Zureden durch meinen Mann, konnte ich mich wieder beruhigen.

Mir wurde bewusst, dass es auf diese Frage keine Antwort gibt.

 

Ich kann es mir nicht erklären.

Ich kann es nicht verstehen.
Ich muss es auch nicht.

Ich kann es nur als Teil meines Lebens annehmen.  

 

Das gelingt mir einmal mehr, einmal weniger.

Doch es heißt „Weitergehen“.

 

Der Zuversicht genug Raum geben.

Der Lebendigkeit genug Platz geben.

Der Zukunft genug Zeit geben.

 

Und der Heilung.

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