Arbeit

 

Mein Körper hat gerade viel Arbeit.

Schwerarbeit.

Meine Seele hat gerade viel Arbeit.

Schwerarbeit.

 

Ich will mich ja nicht beschweren.

Oder vielleicht doch?

Doch, eigentlich möchte ich mich beschweren.

Wo gibt’s eine Beschwerde-Stelle

für schwere Fälle

 

wie mich?

 

Beschweren möchte ich mich

über die

erschwerten Umstände

beschwerlichen Zustände

 

über die

Schwere

 

in meinem Körper,

in meinem Gemüt.

 

Ich wär gern federleicht.

Und pflegeleicht.

Und leichtsinnig.

Und ein bisschen leichtfertig.

Und erleichtert.

Bin ich aber alles -noch- nicht.

 

Denn ich räume aus.

Und ich räume auf.

Meinen Rucksack.

Den schweren, vollen.

 

Ich entrümple ihn.

Ich miste ihn aus.

 

Habe ihn abgenommen.

Mit Hilfe.

Von meinem Rücken.

Den Ruck-Sack.

Den schweren, vollen.

 

Habe ihn geöffnet.

Mit zitternden Händen.

Ängstlich.

Den Ruck-Sack.

Den schweren, vollen.

 

Habe einiges herausgefischt.

Sammelstücke aus vielen Jahren.

Souvenirs aus alten Zeiten.

Schwere Trümmer und leichte.

 

Steine.

Klumpen.

Brocken.

Steinchen.

Klümpchen.

Bröckchen.

 

Habe einiges hinter mich geworfen.

Liegen gelassen.

Los gelassen.

Weg geschleudert.

Weg gekickt.

Weg von meinem Weg.

 

Stück für Stück hole ich heraus.

Aus dem Rucksack.

Bis er nicht mehr ganz so schwer ist.

Bis er nicht mehr ganz so voll ist.

 

Irgendwann wird er leichter sein.

Irgendwann werde ich stärker sein.

Ich werde ihn

aufheben,

ausleeren,

ausschütteln,

ausbürsten.

 

Dann werde ich ihn wieder tragen können.

Den Rucksack.

Meinen Rucksack.

Er-tragen.

 

Ich werde wieder gehen können.

Auf meinem Weg.

Mit meinem Rucksack.

Er-leichtert.

 

Jetzt gehe ich erst einmal Koffer packen.

Für die Reha.

 

Man liest sich.