Brennnessel
Viel wurde schon geschrieben über die wertvolle Kraft der Brennnessel. Nicht nur für uns Menschen kann dieses stechende Nesselgewächs nützlich sein, auch für das ökologische Gleichgewicht ist es von großer Bedeutung. So bietet es Nahrung für mehr als 50 Schmetterlings- und Mottenarten und ist eine wichtige Wirtspflanze für Insekten. Gärtner setzten auf die Kraft der Brennnesseljauche zur Schädlingsabwehr und als Dünger. Auf den Boden, auf dem die Brennnessel wächst, hat sie heilende Wirkung. 
Schon Hippokrates, der berühmte Arzt der Antike, wusste über die Heilkraft der Pflanze und betrachtete sie als wichtigstes Mittel zur Blutreinigung. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden. Neben ihrer vitalisierenden und reinigenden Wirkung auf unseren Körper hat die Brennnessel auch noch einen weiteren Bonus:
Sie schmeckt gut!
Skeptiker mögen das vielleicht nicht glauben, aber selbst meine eher Wildkräuter-kritische Familie liebt im Frühling einen frischen Brennnesselspinat. 


Brennnesselspinat
(4 Personen)

Zutaten:
mind. 4 Handvoll junge Brennnesselblätter, 1 EL Butter, 2 EL Mehl, 0,25 l Milch, Wasser nach Bedarf, 2-3 Knoblauchzehen, (Zwiebel), Salz, Pfeffer, Muskatnuss, evtl. Rahm

Zubereitung:
Die Brennnessselblätter nach der Ernte von den groben Stielen zupfen, waschen und kurz blanchieren. Dann gleich kalt abschrecken, um die Farbe zu erhalten. 
Eine Bechamelsoße zubereiten, nach Geschmack auch mit Zwiebel. Die Soße gut verrühren, falls sie zu dicklich ist, mit etwas Wasser verdünnen. Gut abschmecken, die blanchierten Brennnesselblätter dazugeben und pürieren. Eventuell noch mit Rahm verfeinern und gleich servieren. 
Wir essen dazu entweder Nockerl oder Röstkartoffeln mit Spiegelei oder Eiernockerl. 


Zur Ernte von Brennnessel: 
Brennnessel brennen, da helfen auch sämtliche Tipps und Tricks nicht, wie ich finde. Das Einzige, was ein Brennen verhindert, ist das Tragen von Handschuhen. Oder man wartet darauf, dass man vom vielen Ernten irgendwann abgehärtet ist und die Brennnessel ohne Angst pflücken kann. 
Ich ernte jetzt die jungen Triebspitzen und später im Jahr die obersten Blätter. 
Im Spätsommer/Herbst sind dann die Brennnesselsamen reif zur Ernte. Auch sie sind ein mineralstoffreiches "Superfood" und ein idealer Wintervorrat. 

Brennnesselnockerl
(als Beilage zu Gulasch, Soßfleisch, oder als Hauptgericht überbacken mit Schinken, Käse,...)

Zutaten:
1-2 Handvoll Brennnessel ohne Stiele, 250 g Mehl, 1 Ei, Salz, Wasser nach Bedarf

Zubereitung:
Die Brennnessel waschen, blanchieren und mit dem Kochwasser (ca. 0,25l) pürieren. Abkühlen lassen. Das Mehl salzen, mit dem Brennnesselpüree gut verrühren und das Ei zugeben. Es soll eine dickflüssige Masse entstehen, die sich gut durchs Spätzlesieb drücken lässt. 
Nockerl in Salzwasser kochen und nach Vorliebe weiterverwenden. Werden sie als Hauptgericht gegessen, passt sehr gut ein Fruchtiger Wildkräutersalat dazu. 

Brennnesseltee
Eine Frühlingskur mit Brennnesseltee hat eine reinigende Wirkung auf den Körper. 2-3 Tassen Tee aus den frischen Blättern können über 3 Wochen getrunken werden. Dann sollte man eine Pause einlegen. Wichtig ist auch, neben dem Brennnesseltee genug Wasser zu trinken, da er eine entwässernde Wirkung hat. 

Brennnesselblätter in Backteig

Zutaten

20-30 eher große Brennnesselblätter, 120 g Mehl, Salz, 1/8 l Flüssigkeit (Milch oder Weißwein oder Bier), 1 EL Rum, 2 Eier; Öl oder Butterschmalz zum Frittieren

Zubereitung:

Für den Backteig alle Zutaten verrühren, kurz quellen lassen. Die Brennnesselblätter waschen und trockentupfen. Dann in den Backteig tauchen und im heißen Fett herausbacken. Können süß oder pikant genossen werden.

Brennnesselkranz

Zutaten:
2 Handvoll Brennnesselspitzen, 350 g Mehl, 1 TL Salz, ½ Würfel Germ, 200 ml Joghurt, etwas Wasser, 1 TL Zucker, 5 EL Olivenöl, zum Belegen: 12 Brennnesselblätter

Zubereitung:
Germteig bereiten, geschnittene Brennnessel dazugeben, gehen lassen, 12 Kugeln formen und auf einem Blech kranzförmig auflegen. Mit Wasser bepinseln, mit Brennnesseln belegen und mit Salz bestreuen. Nochmal kurz gehen lassen. Im vorgeheizten Rohr bei 190 Grad backen.

Brennnesselquiche

Zutaten:
400 g Mehl, 250 g Topfen, 6 EL Öl, 6 EL Milch, 2 Eier, 1 Backpulver, Salz
Belag:
150 g Zwiebel, 2 Knoblauchzehen – mit Salz klein zerdrückt, einige Handvoll Brennnessel in Streifen geschnitten (Stängel weglassen), gekochte Kartoffelwürfel oder Gemüse, 3 Eier, 200 ml Obers, 200 ml Sauerrahm, 200 g geriebener Käse, Zitronensaft, Muskatnuss, Olivenöl zum Andünsten

Zubereitung:
Einen Topfen-Ölteig herstellen, ausrollen und eingefettetes Blech damit auslegen, Ränder hochziehen.

Zwiebel in Öl glasig dünsten, gewaschenes Wildgemüse und Knoblauch zufügen. Ist das Wildkrautgemisch zusammengefallen, mit Salz und Zitronensaft abschmecken.

 

Kartoffeln oder Gemüse und die Wildkräutermischung auf dem Teig verteilen und mit einem Guss aus Rahm, Obers und Eiern übergießen, mit Käse bestreuen.

Bei 200 Grad etwa 20 Minuten backen.