Wohlriechendes Veilchen
Schon seit einigen Jahren beobachte ich mit Freude, wie sich die Veilchen rund um unser Haus vermehren. Auch die Engerlinge, die unsere Wiesen kahl fressen, können den duftenden Frühlingsboten nichts anhaben. Offenbar mögen die lästigen Schädlinge die Veilchenwurzeln nicht. Und das ist gut so. Ich bin dankbar, dass es Pflanzen gibt, die trotz der Engerling-Plage munter weiterwachsen. Vogelmiere gehört zu diesen, genauso wie der Gamander Ehrenpreis, der Wiesenkerbel, die Schlüsselblume und das Gänseblümchen. 

Das Veilchen galt schon immer als Symbol der Bescheidenheit. Auch mir schrieb eine Freundin ins Stammbuch: "Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden, sittsam und rein, und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein". Nun ja, ob ich diesen Rat befolgt habe, sei dahingestellt. 
Aber es ist richtig, dass das Veilchen für Bescheidenheit steht. Es hat kaum Ansprüche an den Boden, wuchert durch seine Wurzelausläufer dahin und ist auf den ersten Blick oft gar nicht zu sehen. Doch sein Duft ist wunderbar und unvergleichlich. Und die Blüten und Blätter können vielfältig verwendet werden. Die Veilchenblätter kommen in die Frühlingskräutersuppe oder in eine Kräuterbutter, die Blüten verleihen einem Salat schöne Farbtupfer und schmecken köstlich. 
Ich stelle heuer aus den Veilchenblüten und einigen anderen Pflanzen, die im Laufe der Zeit dazukommen, einen Hustenhonig her. 


Hustenhonig (nach einem Rezept von Ursel Bühring)

Zutaten:
2 Handvoll Veilchenblüten, Gänseblümchen, Honig (von der Imkerei Zöchbauer ;)
Im Laufe des Jahres noch Spitzwegerichblätter, Fichtenwipferl, blühender Quendel

Zubereitung:
Die trockenen Veilchenblüten in ein großes Glas geben, mit Honig übergießen, dann die Gänseblümchen darauf geben und ebenso mit Honig abschließen. An einen sonnigen Platz stellen. Die Blüten schwimmen obenauf, deshalb täglich umrühren, damit der Ansatz nicht zu schimmeln beginnt. 
Sobald der Spitzwegerich wächst, schneide ich die Blätter, füge sie zum Ansatz und schließe mit Honig ab. Im Mai werde ich Fichtenwipferl dazu geben, im Sommer dann noch Quendel (wilder Thymian). So habe ich die Inhaltsstoffe aus vielen verschiedenen Hustenpflanzen im Honig vereint. 
Um der Schimmelbildung entgegen zu wirken, gebe ich von Zeit zu Zeit einige Löffel Essig (der ist pilzhemmend) auf den Ansatz. Ich hoffe, das wirkt.