Kräuterpädagogin im Home-office

Darf ich vorstellen?
Das ist mein neuer Assistent.
Mein Kräutersuch-Begleiter.
Mein Helfer, Erleichterer, Herumkutschierer. 
Mein "Ich-erweitere-meinen-Radius-Ermöglicher".

Er chauffiert mich, mein Kräutersammel-Sackerl und meine Sitzunterlage.

Mit ihm komme ich weiter in der Gegend herum, als es mir zu Fuß möglich wäre.
Ich kann ihn abstellen, kleine Strecken spazieren und nach Pflanzen Ausschau halten.

So kann ich Wildkrautiges, Fotos und schöne Eindrücke sammeln.

Weil ich mir eine "echte" Führung mit einer Gruppe kraft- und luftmäßig noch nicht zutraue, werde ich sozusagen zu einer "Kräuterpädagogin im Home-Office".

In den nächsten Wochen möchte ich hier laufend Bilder unserer heimischen Flora veröffentlichen. 

VORHANG AUF für unsere heimischen WIldpflanzen!


KRIECHENDER GÜNSEL

Der Kriechende Günsel ist eine ausgesprochene Bitterstoff-Pflanze.
Kostet man nur eine einzige zarte Blüte, schmeckt man die enthaltenen Bitterstoffe sofort.
Diese regen die Verdauung an, daher kann man ruhig von der Pflanze naschen, wenn man sie entdeckt.
Auch die Blätter können gegessen werden und werten einen Salat auf.
Bitterstoffe beleben!


WALDSAUERKLEE

Mit seinen schönen Blüten ist mir der Waldsauerklee heute gleich ins Auge gestochen. Ganze Teppiche bedecken die Waldböden.
Die Blätter kennt man, sie wachsen während der gesamten Vegetationsperiode.
Die zarten Blüten zeigen sich nur im Frühling. 

Waldsauerklee ist essbar und schmeckt, wie der Name sagt, säuerlich.
Allerdings sollte man wegen der enthaltenen Oxalsäure nur kleine Mengen zu sich nehmen.
Ist man im Wald unterwegs und von Durst geplagt, so können einige Blättchen kurzfristig Abhilfe schaffen.


GEFLECKTE TAUBNESSEL

Die Schönheit der Taubnessel erschließt sich erst auf den zweiten Blick, wenn man ihre feine Blüte betrachtet.
Blatt und Blüte können verzehrt werden, sie passen in viele Wildkräuter-Gerichte (Smoothies, Salate, Pesto, Kräutersalz, Knödel...).
Die rosa-lila Blüten machen sich auch in einer Teemischung (getrocknet oder frisch) sehr gut. 
Unterwegs kann man Kindern den Nektar aus den abgezupften Blüten saugen lassen.

Hummeln lieben die Taubnessel.

Heilkraft wird vor allem der weißen Taubnessel nachgesagt, die bei uns aber eher selten zu finden ist. 



WIESENSCHAUMKRAUT

Das Wiesenschaumkraut ist mit der Brunnenkresse verwandt und sollte, genau wie diese, frisch verwendet werden, da die wirksamen Inhaltsstoffe flüchtig sind.
Verwendet werden kann das ganze Kraut für Smoothies, Salate und Aufstriche, die Blüten außerdem für süße Nachspeisen. 



LUNGENKRAUT (Hänsel und Gretel)

Unverkennbar ist das Lungenkraut, das uns im Frühling mit seinen zweifärbigen Blüten erfreut. Auch die Blätter mit den weißen Flecken sind ein eindeutiges Erkennungsmerkmal dieser bezaubernden Heilpflanze, die überdies eine ideale Bienenweide ist. 


BUSCHWINDRÖSCHEN

Einer der ersten Frühblüher gehört zur Familie der giftigen Hahnenfußgewächse. Essen darf man Buschwindröschen daher nicht, kleine Mengen können aber gepflückt werden.
Viele Kinder bringen im Frühling einen Strauß aus Buschwindröschen und Himmelschlüssel nach Hause. Sich danach die Hände zu waschen, kann nicht schaden. 


HUFLATTICH

Diese uralte Pflanze der Volksheilkunde wurde früher vor allem bei Bronchialleiden eingesetzt.

Leider ist sie ein wenig in Verruf geraten, weil sie geringe Mengen an Alkaloiden enthält, die in großen Dosen und über einen längeren Zeitraum eingenommen, leberschädigend sein können. 

Bisher habe ich Huflattich noch nicht verwendet, aber ich freue mich jedes Jahr im Frühling, wenn noch kaum etwas blüht, diese Pflanze aber schon ihre gelben Köpfe (gerne an Straßenrändern und Wegen) herausstreckt.
Die Blätter erscheinen übrigens erst nach der Blüte. 


FORTSETZUNG FOLGT!